Strategie zur Müllvermeidung in Mettmann

Welche Strategie verfolgt die Stadt Mettmann zur Müllvermeidung? Das wollte die Fraktion der Linken von der Stadtverwaltung wissen und verweist auf das Aufkommen von Haushaltsabfällen, welches im Jahr 2018 bei 535 Kg pro Kopf lag. André Bär, Fraktionsvorsitzender, betont, „dass die Abfallvermeidung noch vor dem Recycling eines der wichtigsten Ziele der Kreislaufwirtschaft ist.“ Bär begrüßt, dass sich die Stadt Mettmann durch Maßnahmen wie Gebührenabschläge bei Kompostierung von Bioabfällen auf dem eigenen Grundstück, was bisher zu einer Reduzierung des Restmüllaufkommens um 20% führte, oder durch Öffentlichkeitsarbeit darum bemüht, dass Abfallaufkommen zu verringern. „Wir hätten uns mit der Antwort jedoch auch erhofft, dass nicht nur die Verbraucher in den Fokus rücken, sondern die Stadt Mettmann mit seinen Eigenbetrieben selbst Möglichkeiten darstellt, wie sie zur Reduzierung von Abfällen beitragen kann“, so Bär weiter. „Dass die Stadt Mettmann dem von uns angesprochenen Projekt „Zero Waste“, dessen Zielsetzung eine kontinuierliche Müllreduzierung ist,  positiv gegenübersteht, begrüßen wir. Wir hoffen, dass sich die Stadt diesem Projekt anschließen wird“, sagt Bär.

Nachfolgend unsere Anfrage, die Antwort der Verwaltung sowie Tipps für Bürgerinnen und Bürger zur Müllvermeidung:

1. Welche Strategie verfolgt die Stadt Mettmann zur Vermeidung von Müll und welche konkrete Maßnahmen werden umgesetzt, um das Müllaufkommen im Stadtgebiet Mettmann zu reduzieren?

Bürgermeisterin Sandra Pietschmann: „Die Stadt Mettmann hat bereits seit mehr als 25 Jahren im Rahmen einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit und über die Höhe der Abfallgebühren Anreize zur Müllvermeidung installiert. So können Haushalte, die sämtliche Verwertungsangebote (z. B. Biotonne und Blaue Tonne für Altpapier) nutzen, ihr in Anspruch zu nehmendes Restmüllbehältervolumen weitergehender als Haushalte ohne Nutzung der Verwertungsangebote reduzieren. Darüber hinaus erhalten Haushalte, die ihre Bioabfälle auf dem eigenen Grundstück selbst kompostieren, einen Gebührenabschlag. Durch diese Maßnahmen konnte das Restmüllaufkommen um mehr als 20 Prozent verringert werden.“

2. Welche weiteren Maßnahmen, die zur Müllreduzierung beitragen, könnten zukünftig im Stadtgebiet Mettmann umgesetzt werden?

Bürgermeisterin Sandra Pietschmann: „Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit soll das Umweltbewusstsein der Verbraucher sensibilisiert werden. Dazu zählen z. B. Informationen über Lebensmittelverschwendung, nachhaltigen Einkauf, Abfall to go, Vermeidung von Einwegverpackungen usw.“

3. Wie steht die Stadt Mettmann dem Projekt „Zero Waste“ gegenüber? Hält die Stadt es für sinnvoll und machbar, ein entsprechendes Konzept auf den Weg zu bringen? (Mehr Informationen zu dem Projekt „Zero Waste„.)

Bürgermeisterin Sandra Pietschmann: „Die Stadt Mettmann begrüßt uneingeschränkt das Projekt „Zero Waste“. Hierzu wurde auch unter Federführung der Kreisverwaltung Mettmann eine Arbeitsgruppe der kreisangehörigen Städte gegründet, die ein Konzept und weitere Maßnahmen insbesondere zur Müllvermeidung erarbeiten soll. Über den Sachstand wird im zuständigen Fachausschuss regelmäßig berichtet werden. Letztendlich sind jedoch das Konsumverhalten der Verbraucher sowie die Konsumangebote des Handels maßgeblich. Die Stadt Mettmann kann hierbei lediglich durch umfassende Hintergrundinformationen umweltbewusste Konsumalternativen aufzeigen.“

Tipps zur Müllvermeidung:

  1. Produkte mit weniger Verpackungen kaufen
  2. Verzicht auf Plastiktüten
  3. Bioabfälle zu Dünger machen
  4. Nachfüllen statt neu kaufen
  5. Weniger Essensreste wegwerfen – Einkäufe besser planen oder Foodsharing nutzen
  6. Akkus statt Batterien
  7. Reparieren statt neu kaufen (Reparaturcafe)
  8. Keine Einweg/Wegwerf Produkte
  9. Aus alt mach neu (Upcycling)
  10. Kaufe nur, was du benötigst