Städte-Ranking im Kreis Mettmann: Wie hoch sind Steuern, Abgaben und Gebühren?

DIE LINKE. Mettmann hat ein Städte-Ranking erstellt, um Steuern, Abgaben und städtische Angebote aller 10 Gemeinden im Kreis Mettmann zu vergleichen. Nach Auswertung der Linken befindet sich Mettmann auf Platz 2 der teuersten Städte im Kreis Mettmann – bei Steuern und Abgaben sogar auf Platz 1. Demnach muss eine 4-köpige Familie, bestehend aus 2 Erwachsenen, und zwei Kindern in Mettmann jährlich über 2.000€ mehr ausgeben als in der günstigsten Stadt.

Bei den Steuern und Abgaben müssen Mettmanner Bürgerinnen und Bürger besonders tief in die Tasche greifen. Die Linken haben in dieser Rubrik die Grundsteuer B, Abwasser- und Abfallgebühren sowie die Hundesteuer in allen 10 Städten im Kreis Mettmann verglichen. Mit knapp 1.700€ ist die jährliche Belastung für das Beispiel einer 4-köpfigen Familie die höchste im ganzen Kreisgebiet.

Bei den städtischen Angeboten haben die Linken die Gebühren für Hallenbäder, Stadtbibliotheken und Musikschulen miteinander verglichen. Auch hier befindet sich die Stadt Mettmann ganz weit oben auf der Kostenskala. Nur die Stadt Wülfrath verlangt insgesamt höhere Gebühren. Dies ist jedoch vor allem auf die Musikschulgebühren zurückzuführen, da Wülfrath über eine private Musikschule verfügt, die von der Stadt lediglich bezuschusst wird. Der Hallenbadbesuch einer 4-köpfigen Familie ist in Mettmann mit 11€ vergleichsweise erschwinglich. Jedoch muss man in Erkrath für ein insbesondere für Kinder attraktiveres Schwimmbad lediglich 70 Cent mehr zahlen.

Auch bei den Kinderbetreuungskosten schafft es die Stadt Mettmann unter die Top 3 der teuersten Städte. In Mettmann müssen Eltern für ein Kitakind und einem Kind in der OGS jährlich knapp 2.000€ Elternbeiträge aufbringen. Nur in Erkrath und Wülfrath werden Familien finanziell noch mehr belastet. In Monheim bekommen Eltern die Kinderbetreuung zum Nulltarif.

André Bär, Fraktionsvorsitzender der Linken, sagt zur Auswertung: „Die große Spannbreite der Kostenbelastungen erscheint ungerecht, zumal Bürgerinnen und Bürger beispielsweise für Abfall- und Abwassergebühren, Hundesteuer, Musikschule und Kinderbetreuung annähernd die gleichen Leistungen erhalten. Besonders auffällig sind hierbei die von der Stadt erhobenen Steuern und Abgaben, mit welchen die Bürgerinnen und Bürger in Mettmann im Kreisvergleich am höchsten belastet werden. Hier sollten kurzfristig Möglichkeiten geprüft werden, wie die Abgaben gesenkt werden können, auch vor dem Hintergrund, dass sie alle Menschen unabhängig des Einkommens tragen müssen. Insbesondere für einkommensschwächere Haushalte stellt das eine hohe Belastung dar. Für die Kinderbetreuung müssen Mettmanner Eltern besonders tief in die Tasche greifen. Wenig nachvollziehbar dürfte es für viele sein, dass sich nur wenige Kilometer weiter viel Geld sparen ließe. Hier sehen wir das Land in der Pflicht. Neben dem zweiten kitabeitragsfreien Jahr sollte die Kinderbetreuung mittelfristig für alle gebührenfrei sein, während Kommunen hierfür eine auskömmliche Gegenfinanzierung erhalten müssen.