Social Media Strategie und Konzept der Stadt Mettmann

Die Fraktion DIE LINKE – Mettmanner fragte die Stadtverwaltung, welche Strategie sie im Social Media Bereich verfolgt. Zudem beantragt die Ratsfraktion im Ausschuss für Digitalisierung und Verwaltung am 01.06.2021, dass die Stadt Mettmann ein Nutzungskonzept entwickeln und in den entsprechenden Medien veröffentlichen soll.

André Bär, Fraktionsvorsitzender der Linken: „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass sich die Stadt Mettmann in den sozialen Medien bewegt und auf diesem Wege die Möglichkeit hat, viele Bürgerinnen und Bürger erreichen zu können. In unseren Augen ist „Facebook“ nicht nur eine Plattform, die dazu geeignet erscheint, eine höhere Reichweite für seine Informationen zu erreichen, sondern auch um miteinander zu kommunizieren und vor allem aufkommende Fragen zu beantworten. In diesem Zusammenhang kann ich nachvollziehen, dass einige Fragen nicht unmittelbar von der städt. Presseabteilung beantwortet werden können. Löblich hingegen ist es, dass hier eine Abstimmung mit den jeweiligen Fachabteilungen stattfindet und die Nutzer früher oder später somit eine Antwort auf ihre Frage erhalten.“

„Unsere Anfrage zur Social Media Nutzung der Stadt Mettmann haben wir mit einem entsprechenden Antrag flankiert, der sich mit einem Nutzungskonzept auseinandersetzt, welches für alle Beteiligten sowohl auf städtischer Seite, als auch auf Seite der Bürgerinnen und Bürger Klarheit und Transparenz im Umgang mit der Nutzung sozialer Medien schaffen soll“, so Bär weiter. Die Stadtverwaltung hat unseren Antrag bereits dahingehend kommentiert, dass ein Nutzungskonzept in Form einer Dienstvereinbarung bereits vorliegen würde. Die Verwaltung möchte den Vorschlag gerne aufnehmen und im Rahmen der bisherigen „Netiquette“ eine Nutzungsinformation erstellen, diese veröffentlichen und regelmäßig hierauf verweisen. Diesen Vorschlag, der im Kern unserem Antrag entspricht, halten wir ebenfalls für geeignet, eine Grundlage für alle Betroffenen zu schaffen.“, schließt Bär ab.

Anfrage & Antworten zur Social Media Nutzung durch die Stadt Mettmann:

André Bär fasst die Antwort der Verwaltung wie folgt zusammen: „Die Stadt Mettmann unterhält lediglich auf „Facebook“ einen Account, welcher derzeit knapp 2.500 Abonnenten hat. Die durchschnittliche Anzahl der Beiträge pro Woche beträgt 40, hierrunter befinden sich 25 Beiträge die lediglich geteilt werden. Im Schnitt erreicht die Stadt Mettmann auf Facebook so zwischen 1.000 und 1.300 Personen pro Beitrag. Da die Beiträge jedoch oftmals auch in Facebook-Gruppen geteilt werden, dürfte sich die Reichweite nochmals erhöhen.“

Die Anzahl der eingehenden Direktnachrichten ist indes überschaubar. So sind im April bisher erst 2 Nachrichten über Facebook eingegangen. (März:1, Februar 3, Januar 3) Die Stadtverwaltung führt hierzu aus: „Direktnachrichten werden in der Regel innerhalbweniger Stunden beantwortet. Dies hängt vom Rechercheaufwand ab. Spezielle Nachfragen werden unmittelbar an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet und im Anschluss auch über Facebook-Direktnachricht beantwortet.“

Zur Frage, ob die Stadt auf ihrem Facebook-Kanal Nutzer blockieren oder Kommentare löschen musste, schildert die Verwaltung wie folgt: „Bisher sind auf der Facebook-Seite der Kreisstadt Mettmann keine Benutzer blockiert worden. Darüber hinaus wurden seit Start der Facebook-Seite im März 2020 lediglich drei Kommentare gelöscht, die beleidigende Inhalte gegenüber Einzelpersonen oder anderen Facebook-Nutzern enthielten. Diese Entscheidung trifft im Einzelfall ein Mitarbeiter der Presse-und Öffentlichkeitsarbeit, jeweils auf Basis der auf Facebook veröffentlichten „Netiquette“ unter https://www.facebook.com/notes/1219357138432067

„Konkrete Rechtsvorschriften für kommunale Behörden im Umgang mit Social Media sind nicht bekannt. Die Kreisstadt Mettmann hat sich im Vorfeld mit unterschiedlichen Behörden zu ihren Social Media Erfahrungen ausgetauscht, die zu diesem Zeitpunkt bereits mindestens einen eigenen Social Media Account betrieben, darunter auch der Kreis Mettmann. Daraufhin hat die Stadtverwaltung eine Dienstvereinbarung „Social Media“ entwickelt, die den Umgang mit sozialen Netzwerken im Detail regelt. Daran beteiligt waren das Büro der Bürgermeisterin, die Presse-und Öffentlichkeitsarbeit, der Datenschutzbeauftragte und der Personalrat“, so lautet die Antwort auf unsere Frage hinsichtlich der Rechtsvorschriften und Dienstvereinbarungen im Social Media Bereich.

Welche Strategie verfolgt die Stadt Mettmann in Bezug auf die Nutzung von Social Media und welche Chancen z. B. in Bezug auf Information, Interaktion und Kommunikation sieht die Verwaltung?

Antwort der Verwaltung: „Die Kreisstadt Mettmann nutzt Social Media in erster Linie dazu, die Reichweite ihrer täglichen Informationen zu vergrößern. Wichtige Informationen für Bürgerinnen und Bürger können schneller und direkter kommuniziert werden, beispielsweise auch bei spontanen Ereignissen wie Straßensperrungen, Sturmwarnungen, etc. Das Social Media Angebot flankiert die klassische Pressearbeit, die über Pressemitteilungen, Pressegespräche etc. erfolgt. Darüber hinaus werden wichtige Informationen z.B. von übergeordneten Behörden oder der Polizei Mettmann geteilt, wie das tägliche Corona-Update des Kreises, Blitzerwarnungen, Verordnungen der Landesregierung oder allgemeine Informationen der Bundesregierung. Selbstverständlich nutzt die Kreisstadt Mettmann den Social Media Auftritt bei Facebook auch, um Fragen, Anregungen und Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern in direkter Interaktion zu beantworten. Neben Direktnachrichten erfolgt dies beispielsweise auch dann, wenn die Kreisstadt Mettmann unter Beiträgen verlinkt wird. Dies ist allerdings aus zeitlichen und personellen Gründen nicht jederzeit bzw. unmittelbar möglich, erst recht, wenn es Fragen sind, die außerhalb der städtischen Facebook-Seite gestellt oder diskutiert werden, z.B. in Facebookgruppen. Darüber hinaus achtet die Stadtverwaltung darauf, keinerlei Fragen zu beantworten, die noch im zuständigen Ausschuss oder im Rat der Stadt beraten werden. Insgesamt sieht die Stadtverwaltung in der Kommunikation über Social Media in Verbindung mit dem städtischen Internetauftritt die Möglichkeit zur schnellen und modernen Verbreitung von Informationen mit höherer Reichweite sowie zur direkten Interaktion mit Bürgerinnen und Bürgern. Eine weitere Chance von Social Media besteht in einer imagebildenden Wirkung bezogen auf die Stadt Mettmann. So war anfangs geplant, beispielsweise Bilder und Videos von Veranstaltungen, Festen und Aktionen zu veröffentlichen, um das „Wir-Gefühl“ unter den Bürgerinnen und Bürgern zu stärken. Dies ist bisher durch die Corona-Pandemie vollständig in den Hintergrund gerückt.“

Welche Risiken und Problemstellungen sind nach Ansicht der Verwaltung mit der Nutzung von Social Media verbunden und wie wird diesen begegnet?

Antwort der Verwaltung: „Insbesondere während der Corona-Pandemie häuft sich die Zahl der Kommentare, die im Grenzbereich dessen liegen, was die „Netiquette“ zulässt. Der Ton wird zusehends abwertender, rauer und in Einzelfällen auch beleidigend. Aktuell werden Überlegungen gemacht, die Netiquette entsprechend zu aktualisieren, um in solcherlei Fällen handlungsfähiger zu sein. Eine der grundsätzlich größten Herausforderungen ist es, die Meinungsfreiheit zu wahren, auf der anderen Seite aber auch die Belegschaft, Einzelpersonen oder andere Facebook-Nutzer vor verbalen Übergriffen zu schützen. Bislang hat dies überwiegend gut funktioniert und die Hoffnung ist, dass dieser Standard so auch weiterhin aufrecht erhalten werden kann.

Unsere Anfrage sowie die Antwort der Verwaltung sind auch hier einsehbar: