Schulwege sind jetzt unsicher, nicht wenn die Verwaltung Zeit findet

Mettmann, den 18.05.21 Es ist schön, wenn Bürger auf die Politik zukommen und ihre Sorgen oder Handlungswünsche klar benennen. So geschehen beim Thema Schulweg Goethestraße. Dies, und die vermutete theoretische Unterstützung der Bürgermeisterin, Sandra Pietschmann, veranlasste die Fraktion DIE LINKE. – Mettmanner Liste zu einer Vor-Ort Begehung mit anschließendem Antrag im Klima,- und Mobilitätsausschuss. (*1)

Die Bürgermeisterin fühlte sich durch Erwähnung des sachkundigen Bürgers der Linksfraktion, Jörg Pieczewsky, der irrigerweise die Äußerung während des Wahlkampfes (*2) falsch interpretiert hatte, zu einer Klarstellung aufgefordert. So hieß es von der nun amtierenden Bürgermeisterin noch im Wahlkampf: „Auch die Verkehrssituation in der Goethestraße (Realschule, Förderschule und Grundschule) gehört mit auf den Prüfstand, auch hier ist das von Eltern und Lehrern erwähnte Gefährdungspotential groß.“

Bürgermeisterin Pietschmann teilte im Ausschuss mit, dass bereits Gespräche mit den Grundschulen laufen würden, um für alle und mit allen ein Konzept zu erarbeiten, die Schulwege sicherer zu machen.

Das freut uns! Hat aber mit der Problematik der unsicheren Schulwege nur bedingt zu tun.

Zum einen kann es kein allgemein umsetzbares Konzept für alle Schulen geben – die Situation und der Zustand der Schulwege ist immer individuell mit den Gegebenheiten der einzelnen Schulen sowie den Eltern zu beurteilen.

Zum anderen kommt der Goethestraße eine besondere Bedeutung zu. Hier laufen die Schulwege der Ottfried-Preußler Grundschule, der Realschule, der Förderschule und der neuen Gesamtschule zusammen. Durch die Topografie der Goethestraße mit der Senke am Friedhof, neigen Autofahrer zu deutlich höheren Geschwindigkeiten als die vorgeschriebenen 30 Km/h. Hinzu kommen weitere Verkehrsströme und Besucherverkehr aufgrund der naheliegenden Kreisverwaltungsgebäude sowie des Friedhofs, der Kleingartenanlagen und dem Anwohnerverkehr.

Wir teilen auch nur teilweise die Begeisterung der Verwaltung dafür, dass nach der Förderschule alles beruhigt worden ist und finden, dass ein Viertel gesicherter Schulweg nicht ausreichend ist. 

Wieder einmal wurde von fehlenden Kapazitäten gesprochen, als es um unsere Vorschläge von Fahrbahnmarkierungen, zusätzlichen Schildern oder Bodenschwellen ging. Und das obwohl auch das Planungsbüro des Mettmanner Radkonzeptes bestätigt hat, dass Schulwege ganz klar  gesichert und kenntlich gemacht werden sollten.

Wie so oft konnte sich der Ausschuss aber zu einer weiteren und vor allem kostengünstigeren, mit wenig Aufwand, umsetzbaren und zeitlich auf wenige Wochen befristete Geschwindigkeitsmessung durchringen. Prioritäten haben keine Halbwertszeit in Mettmann.

*1: https://dielinke-mettmann.de/schulweg-goethestrasse-sicherer-machen/

*2 https://www.sandra-pietschmann.de/2020/07/07/sandra-pietschmann-sorgt-sich-um-die-sicherheit-der-schulwege/