Nachgefragt: Illegale Müllentsorgung in Mettmann

Illegale Müllablagerungen in Mettmann sind immer wieder Gesprächsthema  unter Bürgerinnen und Bürgern. Die Fraktion DIE LINKE. – Mettmanner Liste hat nun eine aktuelle Anfrage zu dem Thema an die Verwaltung gestellt und umfängliche Antworten zur Thematik erhalten:

1. Ausmaß Müllablagerungen:

Im Schnitt werden zwei wilde Müllkippen von ca. je einem Kubikmeter je Woche
aufgefunden. Die Ablagerungen in den letzten fünf Jahren haben um ca. 20 Prozent
zugenommen. Derzeit werden also rund 100 – 110 Müllablagerungen von nennenswertem Umfang je Jahr im Stadtgebiet Mettmann beseitigt.

2. Kosten:

Für die Beseitigung einer wilden Müllablagerung entsteht im Schnitt folgender
Zeitaufwand: Zwei Mitarbeiter à ca. 1,5 h mit einem Stundensatz von 40,84 € inkl. aller
Lohnnebenkosten. Ein Fahrzeug à ca. 1,5 h mit einem Stundensatz von ca. 26,19 € inkl. aller Nebenkosten.
Gesamtkosten/a: ca. 16.180 € bei 100 Müllablagerungen Stand 2021
Die Entsorgungskosten variieren, je nachdem, ob es sich um Bauschutt, Sperrmüll oder
Schadstoffe handelt. Diese Kosten können nicht beziffert werden.

3. Wie viele Verursacher, Konsequenzen:

In 2020 wurden ca. acht Fälle mutmaßlicher Verursacher zur weiteren Verfolgung an die
Ordnungsbehörde geleitet.

4. Mülldektektive, Möglichkeiten der Verwaltung:

Mülldetektive würden sich nicht rechnen (Personalkosten höher als der
Entsorgungsaufwand). Bereits jetzt wird in Einzelfällen die Polizei oder die
Ordnungsbehörde (je nach Ausmaß) eingeschaltet und vor Ort nach Adressen gesucht. Problem: Eine Ahndung ist fast immer erfolglos, da der Verursacher im Grunde beim
Abladen des Mülls ertappt werden muss. Ansonsten sind Ausreden fast immer erfolgreich. Dies gilt auch für Ablagerungen an den Depotcontainerstandorten. Hier erhält die Stadt jedoch sogenannte Nebenentgelte von den Dualen Systemen für die Reinigung und
Entsorgung nebenstehender Abfälle.

5. Erhöhtes Müllaufkommen im Umkreis von Fast-Food Restaurants:

Hier besteht ein ständiger Kontakt mit den Fast-Food Restaurants. Diese reinigen auch in
Eigenregie im Umkreis ihres Restaurants. Dennoch sind derzeit insbesondere durch die
Coronabeschränkungen mehr Abfälle zu verzeichnen. In Kürze werden hier größere
Abfallbehälter installiert.

6. Hochfrequentierte Mülleimer Stadtgebiet:

In der Fußgängerzone werden die Behälter sieben Mal je Woche geleert, also täglich. Im
Umkreis in der Innenstadt fünf bis sechs Mal.
Grünanlagen werden in stark frequentierten Bereichen zwei Mal pro Woche gereinigt und
geleert, das erste Mal montags, das zweite Mal freitags. Die Personalkapazitäten lassen
eine häufigere Reinigung und Leerung ohne Überstunden (sogenannte Picknickreinigung
an Wochenenden) nicht zu.

 

Wir bedanken uns bei der Mettmanner Stadtverwaltung für die Beantwortung der Fragen.