Kinder und Jugendliche in der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie sorgt(e) bei vielen Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern für belastende Situationen. In einer aktuellen Anfrage erkundigte sich die Fraktion „DIE LINKE“, wie sich die Fälle von Kindeswohlgefährdung in Mettmann entwickelt hat. Darüber hinaus zeichnen sich aber auch weitere Folgen für Kinder in der Coronakrise ab.

In Mettmann wurden im laufenden Jahr 2021 zum Stichtag 23.08.2021 insgesamt 62 Meldungen zur Kindeswohlgefährdung abgegeben. Darunter musste in 9 Fällen von akuter und und in 17 Fällen von latenter Kindeswohlgefährdung ausgegangen werden. In 25 Fällen konnte zwar eine Kindeswohlgefährdung ausgeschlossen, jedoch ein weiterer Hilfebedarf erkannt werden. In den übrigen Fällen konnte weder eine Kindeswohlgewährdung, noch ein Hilfebedarf festgestellt werden.

Im Jahr 2020 erfolgten insgesamt 72 Meldungen, hierunter 13 Fälle mit dem Verdacht auf eine akute Kindeswohlgefährdung, 28 Fälle mit latenter Gefährdung sowie 27 Fälle ohne Kindeswohlgefährdung jedoch mit Hilfebedarf.

Im Jahr 2019 gingen beim Jugendamt 94 Meldungen ein. Hierrunter 11 mit akuter Gefährdung des Kindeswohls, 34 mit einer latenten Gefährdung sowie 41 Fälle bei denen zwar keine Kindeswohlgefährdung erkannt werden konnte, jedoch weiterer Hilfebedarf besteht.

Vor dem Hintergrund, dass jede Kindeswohlgefährdung eine zu viel ist, lässt sich festhalten, dass die Coronapandemie die Entwicklung der Fallzahlen zur Kindeswohlgefährdung wenig beeinflusst hat, so André Bär, Fraktionsvorsitzender der Linken. Bär betont jedoch auch: „Die Coronakrise hat in vielen Bereichen nicht nur zu einer belastenden Lebenssituation für Familien, sondern auch zu Problemen bei Kindern und Jugendlichen geführt.“

Laut einem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums verursacht(e) die Pandemie bei vielen Kindern und Jugendlichen psychische Belastungen. Weiter heißt es in dem Bericht: „Im Kontext der Schließungen von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen und daraus resultierendem Homeschooling waren insbesondere Familien mit Kindern unter 14 Jahren vermehrt belastet. Außerdem wird von familiären Spannungen und Partnerschaftskonflikten der Eltern berichtet. Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien oder aus Familien mit Migrationshintergrund sind überproportional von einer Zunahme psychischer Symptome wie Ängstlichkeit, Depressivität und Hyperaktivität sowie Einbußen in der Lebensqualität betroffen

Außerdem sollen „eine gestiegene Nachfrage nach Beratungsangeboten sowie die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2020 zu den Gewalttaten gegen Kinder nahe legen, dass Kinder und Jugendliche während der Pandemie einem erhöhten Risiko häuslicher Gewalt ausgesetzt sind.“

Der Bericht geht auch auf das Thema Übergewicht ein: „Bereits in der ersten COPSY-Befragung von Mai/Juni 2020 gaben über ein Viertel der befragten Kinder und Jugendlichen an, „etwas bis viel mehr“ Süßigkeiten zu essen als vor der Pandemie.“

Im Bereich der Mediennutzung wird festgestellt: „Die JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger zeigt eine Steigerung der täglichen Online-Zeit von Jugendlichen von 205 Minuten in 2019 auf 258 Minuten in 2020.“

Zum Bewegungsverhalten heißt es in dem Bericht: „Erste – über eine Pressemitteilung veröffentliche – Ergebnisse der zweiten Befragungsrunde der COPSY-Studie weisen darauf hin, dass sich der Anteil der Kinder, die keinen Sport treiben, in der zweiten Welle gegenüber der Zeit vor der Pandemie verzehnfacht hat.“

DIE LINKE. fordert, dass sämtliche Förderprogramme zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen während und nach der Corona-Pandemie in Mettmann vollumfänglich in Anspruch genommen werden.