Heimatpreis 2022: Bürgerinnen & Bürger haben die Wahl

In diesem Jahr können die Bürgerinnen und Bürger erstmalig abstimmen und somit darüber entscheiden, wer den Heimatpreis 2022 erhalten soll. Aber das war nicht immer so: In den Jahren zuvor durften die Bürgerinnen und Bürger lediglich Vorschläge einreichen. Über den Gewinner entschied der Ausschuss für Ehrenamt und fungierte damit als Jury. Somit handelte es sich um eine politische Entscheidung. Dieses Vorgehen haben wir bereits Ende 2020 kritisiert und mehr Bürgerbeteiligung gefordert.

Im Haupt- und Finanzausschuss am 9. März 2021 beantragten wir, dass die Bürgerinnen und Bürger entscheiden sollen, wer den Heimatpreis 2021 erhält. Mit Nein-Stimmen von CDU, SPD und WG-ME wurde der Antrag seinerzeit abgelehnt. Die Bürgermeisterin hat sich ihrer Stimme enthalten. Etwa deshalb, weil sie die Idee gar nicht so schlecht fand?

Und dann: Knapp ein Jahr später entschied der Stadtrat am 5. April 2022 über das Verfahren zum Heimatpreis 2022. Und siehe da: Die Verwaltung hat vorgeschlagen, dass „die finale Beschlussfassung zur Vergabe des Heimatpreises für das Jahr 2022 in diesem Jahr durch ein durch die Verwaltung bereit gestelltes Online-Verfahren durch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Mettmann erfolgen soll.“

Ausweislich des Protokolls war „eine Beratung nicht erforderlich“. Das verwundert nicht, oder doch? Hätten sich einige Fraktionen ja selbst fragen müssen, warum sie diese Idee „plötzlich“ gut finden, während sie sich ein Jahr zuvor noch dagegen ausgesprochen haben. Da grenzt es schon fast an Realsatire, dass der Beschluss ohne Aussprache einstimmig angenommen wurde.

Jene Idee, die wir bereits in den Jahren 2020 und 2021 angesprochen haben, hat sich die Bürgermeisterin nun also selbst zu Nutze gemacht und eine Umsetzung für das Jahr 2022 vorgeschlagen. Ohne auch nur ansatzweise zu erwähnen, dass dieser Vorschlag bereits durch uns initiiert wurde.

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Bürgerinnen und Bürger in diesem Jahr erstmalig über den Gewinner des Heimatpreises entscheiden dürfen. Gleichzeitig sind wir aber auch enttäuscht darüber, dass es um sachorientierte Arbeit offenbar nicht gut bestellt zu sein scheint. Wir sind schon verwundert darüber, dass eine Idee, die im Jahr 2021 noch nicht für gut befunden wurde, nur ein Jahr später selbst vorgeschlagen und plötzlich für gut befunden wird. Offensichtlich scheint es doch nicht darauf anzukommen, ob eine Idee gut ist, sondern vielmehr darauf, von wem die Idee kommt. Begrifflichkeiten wie „Teamgeist“ und „Gemeinsam mehr möglich machen“ erscheinen vor dem Hintergrund wie Realsatire in Mettmann.