Hallenbad Mettmann: Linke fordert Wirtschaftlichkeitsberechnung

Das 50 Jahre alte Mettmanner Hallenbad ist sanierungsbedürftig. Ein ausführlicher Bericht, welcher der Politik Ende letzten Jahres im Planungsausschuss vorgelegt wurde, zeigt den Sanierungsbedarf des Hallenbades auf und beziffert die geschätzten Sanierungskosten auf 11 Millionen Euro. Die finanziellen Mittel hierfür sollen von der Politik nun im Planungsausschuss am 9. März 2022 freigegeben werden, so sieht es ein entsprechender Beschlussvorschlag der Verwaltung vor. Die Linken wenden sich gegen den Vorschlag und fordern eine vorherige Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Das Thema Hallenbad beschäftigte bereits im Februar den Ausschuss für Sport und Ehrenamt. Hier hatten die Linken beantragt, vor einer endgültigen Beschlussfassung zunächst alternative Möglichkeiten, wie den Ausbau des Freibades zum Ganzjahresbad oder einen Hallenbad-Neubau, zu prüfen. Während ein Ausbau des Freibades aufgrund technischer und topografischer nach Ansicht der Mettmanner Stadtverwaltung nicht umsetzbar erscheint, hat auch die Prüfung für einen Neubau am jetzigen oder einem neuen Standort keine Mehrheit gefunden. Der nun vorliegende Beschlussvorschlag, das Mettmanner Hallenbad für 11 Millionen Euro zu sanieren ruft die Linken nun erneut auf den Plan.

„Das möchten wir nicht ohne weiteres hinnehmen“, so André Bär, Fraktionsvorsitzender der Linken. „Bevor wir eine Investition von geschätzt 11 Millionen für die Sanierung eines 50 Jahres alten Hallenbades tätigen, sollten wir mögliche Alternativen sorgsam prüfen“, so Bär, der damit gleichzeitig auch auf die schwierige Haushaltslage der Stadt hinweisen möchte. „Daher werben wir in unserem nächsten Anlauf darum, vor einer endgültigen Entscheidung, zunächst eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchzuführen, um die mittel- bis langfristigen Auswirkungen der Varianten Sanierung sowie Neubau darzustellen. Dabei geht es uns vor allem um die laufenden Betriebs- und Unterhaltungskosten, die unserer Ansicht nach bei einem Neubau geringer sein dürften und damit auf lange Sicht eine bessere Investition darstellen würde“, so Bär weiter.

Jürgen Gutt, stellvertretender Fraktionsvorsitzende der Linken, fragt sich zudem „wie lange man mit der
11 Millionen Euro Investition Ruhe vor weiteren notwendigen Maßnahmen am alten Bestandsgebäude hat. Wenn bereits in 5 oder 10 Jahren weitere kostspielige Maßnahmen ergriffen werden müssten, wäre ein Neubau günstiger gewesen, der nicht nur neue Chancen und Potenziale mit sich bringt, sondern auch das Vermögen der Stadt steigert“, sagt Gutt. Eine vorherige Wirtschaftlichkeitsberechnung soll Aufschluss darüber geben, welches Szenario auf lange Sicht kostengünstiger für die Stadt ist“, so Gutt weiter.

Der Neubau eines Hallenbades kostet schätzungsweise 23 bis 25 Millionen Euro, sagte Dezernatsleiter Marko Sucic im Kulturausschuss. André Bär hält diese Zahl für „aus der Luft gegriffen“ und sagt: „Diese Schätzung wurde nicht begründet und einfach so in den Raum geworfen. Es soll offenbar der Eindruck erweckt werden, dass eine Sanierung alternativlos sei. André Bär verweist auf aktuelle Beispiele aus anderen Städten, die gleichartige Hallenbäder mit deutlich weniger Finanzmitteln geplant haben.“

• Hemer: 13 Millionen Euro, darunter 4,2 Millionen Euro Fördermittel
• Oppenheim: 13 Millionen Euro, darunter 3 Millionen Euro Fördermittel
• Schwabach: 17,1 Millionen Euro, darunter 3 Millionen Euro Fördermittel
• Niestetal: 15 Millionen Euro, darunter 5,8 Millionen Euro Fördermittel