Gesamtschule Mettmann: Anpassung der Zügigkeit

Mit einer kurzfristigen Anfrage zum Haupt- und Finanzausschuss am 30.11.2021 wollte die Fraktion DIE LINKE. in Erfahrung bringen, ob die Stadtverwaltung eine Anpassung der Zügigkeit für die Gesamtschule Mettmann zum kommenden Schuljahr 2022/2023 für möglich und erforderlich hält. Am 17.11.2020 beschloss der Stadtrat mehrheitlich die Errichtung einer 4-zügigen Gesamtschule. Bereits im Gründungsjahr lagen 151 Anmeldungen vor, sodass die neue Gesamtschule 5-zügig und damit mit 5 Parallelklassen gestartet ist.

„Die Verwaltung sieht eine Vergrößerung der Gesamtschule von vier auf sechs Zügen skeptisch“, so André Bär, Fraktionsvorsitzender und Vertreter der Linken im Haupt- und Finanzausschuss. „Marko Sucic, Leiter des Dezernats für Bildung, Jugend und Soziales, antwortete auf die Anfrage mündlich, dass es bis zum Anmeldeverfahren, voraussichtlich Anfang Februar kommenden Jahres, zeitlich sehr eng wird, die formellen Beschlüsse herbeizuführen und ein Genehmigungsverfahren bei der Bezirksregierung einzuleiten. Zudem bräuchte es eine Raumplanung, die den Betrieb einer 6-zügigen Gesamtschule aufzeigt. Hier wurden ebenfalls Bedenken von Seiten der Verwaltung geäußert“, gibt Bär wieder.

Jürgen Gutt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Schulausschuss sagt, „dass mit der Errichtung der Gesamtschule eine wohnortnahe Beschulung für alle Mettmanner Kinder ermöglicht und ein Auspendeln von Schülern in andere Städte verhindert werden sollte. Daher haben wir bereits zur Errichtung der Gesamtschule auf die Notwendigkeit von 6 Zügen hingewiesen. Zum kommenden Schuljahr sollte auf Grundlage der Erkenntnisse eine Anpassung von 4 auf 6 Zügen erfolgen, sodass die Schule nicht in die unglückliche Lage versetzt wird, Absagen verschicken zu müssen“, so Gutt.

„Anzeichen für die Notwendigkeit einer 6-zügigen Gesamtschule liegen schon lange vor“, sagt André Bär. „So prognostizierte der Schulentwicklungsplan der Stadt Mettmann bereits im Gründungsjahr eine 6-Zügigkeit. Im Jahr 2022 geht der Schulentwicklungsplan gar von 7 benötigten Zügen aus, um alle Kinder aufnehmen zu können. So war die Empfehlung im Schulentwicklungsplan, eine 6-zügige Gesamtschule für angemessen zu erachten, von Beginn an realistisch“, so Bär.

„Die von der Verwaltung vorgetragenen Bedenken zur Raumkapazität bei einer 6-Zügigkeit teilen wir nicht“, sagt Bär. Dem Stadtrat lag zum Errichtungsbeschluss eine Raumplanung vor, in dem es heißt, dass sowohl eine 5 als auch 6-Zügkeit quantitativ kein Problem darstellen würde, vorausgesetzt es steht planungsgemäß im Jahr 2025 ein Neubau bezugsfertig zur Verfügung,“ so Bär.

Jürgen Gutt und André Bär begrüßen, „dass die Grünen angeregt haben, bereits in der nächsten Ratssitzung in 2 Wochen über die Thematik diskutieren zu wollen. Eine gemeinsame politische Kraftanstrengung zur dringend notwendigen Erweiterung der Zügigkeit der Gesamtschule, auch mit Blick auf das bevorstehende Anmeldeverfahren, würden wir sehr begrüßen.“

„Die derzeitige 4-Zügigkeit der Gesamtschule wird mit Blick auf die steigenden Schülerzahlen und den Prognosen des Schulentwicklungsplans den Bedarfen nicht gerecht und im nächsten Jahr, auch mit der Option einer vorübergehenden  Mehrklassenbildung, von der wir bereits in diesem Jahr Gebrauch gemacht haben, erneut zu Absagen führen. Dass kann nicht in unser aller Interesse sein“, schließen Gutt und Bär ab.