Emil-Nolde-Straße soll umbenannt werden

Der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität beschäftigte sich am 17.11.2021 mit dem Antrag der Fraktion DIE LINKE., die Emil-Nolde-Straße in Mettmann umzubenennen. Hintergrund der Forderung ist Emil Noldes Vergangenheit in der Zeit des Nationalsozialismus.

Der Ausschuss stimmte dem aus drei Punkten bestehenden Antrag mit großer Mehrheit zu. CDU, GRÜNE, SPD, FDP und ZSM stimmten dafür, die Emil-Nolde-Straße umzubenennen. Lediglich die Fraktionen der AfD sowie der WG-ME stimmten dagegen. Beide Fraktionen wünschten sich eine vorherige Abstimmung der Anwohnerinnen und Anwohner. Die Verwaltung wies darauf hin, dass die Um(-Benennung) von Straßen dem Rat der Stadt Mettmann obliegt. Mehrheitlich wurde auch beschlossen, dass die Verwaltung im nächsten Schritt auf die betroffenen Anwohner*innen mit zwei weiblichen Namensvorschlägen zugeht, sodass die Politik ein Stimmungsbild erhält, ehe eine endgültige Entscheidung über den zukünftigen Namen getroffen werden soll. Des Weiteren wurde die Verwaltung beauftragt zu prüfen, wie die Anwohner*innen mit den durch die Umbenennung entstehenden Kosten entlastet werden können, bsw. durch den Erlass von Gebühren bei Neuausstellung von Ausweisen und KFZ-Papieren.

„Wir begrüßen den mit großer mehrheitlich getroffenen Beschluss und die damit verbundene politische Absichtserklärung, die Emil-Nolde-Straße umzubenennen ebenso wie die nun folgende Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner über die zukünftige Namensgebung“, so Bär.

Die Stadtverwaltung erläutert: „Von einer Umbenennung der Emil-Nolde-Straße wären ca. 25 Wohnadressen betroffen. Sinnvoll wäre es dann, dem einmal eingeschlagenen Weg zu folgen und die Straße nach einer bildenden deutschen Künstlerin oder einem Künstler zu benennen. Folgend in den Kontext passende Vorschläge legt die Verwaltung hierzu vor: Paula-Modersohn-Becker, Hannah Höch oder Franz Marc.“

Wer war Emil-Nolde?

Emil Nolde wurde am 7. August 1867 als Hans Emil Hansen in Nolde geboren. Er verstarb am 13. April 1956. Er war einer der führenden Maler des Expressionismus. Emil Nolde war Rassist, Antisemit und überzeugter Anhänger des Nationalsozialismus. „Nolde war früh der Überzeugung, die „germanische Kunst“ sei allen anderen weit überlegen. Im August 1934 bezeugte er mit seiner Unterschrift unter den Aufruf der Kulturschaffenden, dass er zu des Führers Gefolgschaft gehöre. Er wurde 1934 Mitglied einer der verschiedenen nationalsozialistischen Parteien in Nordschleswig, der Nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft Nordschleswig (NSAN). Die konkurrierenden nationalsozialistischen Parteien wurden 1935 aufgrund von Bemühungen des Gauleiters Hinrich Lohse in Schleswig-Holstein zur NSDAP-Nordschleswig (NSDAP-N) zusammengefasst.“

„Nolde war auch antisemitisch eingestellt, wie aus vielen Dokumenten hervorgeht –so aus den ersten beiden Teilbänden seiner Autobiografie, Das eigene Leben (1930) und Jahre der Kämpfe (1934), welche die Jahre von 1867 bis 1914 umfassen. In den Originalausgaben der beiden Bände lassen sich viele nationalistische, rassistische und antisemitische Äußerungen Noldes finden.“ „Im Sommer 1933 arbeitete Nolde einen „Entjudungsplan“ aus, eine territoriale „Lösung“ mit dem Ziel der Aussiedlung der Juden. Diesen Plan wollte er auch Hitler vorlegen. Bereits 1911 hatte er an einen Förderer geschrieben, dass sich „Malerjuden“ über das ganze Land ausgebreitet hätten, „ganz wie die Schwammwucherung hier unter dem rotgestrichenen Boden unserer kleinen trauten Stube“. Auch war er der Ansicht, die „Macht der Juden“ sei von Deutschland „unterschätzt worden“.

Die Fraktionsvorsitzenden der Linken, André Bär und Jürgen Gutt sagen, „dass die Stadt Mettmann eine weltoffene und tolerante Stadt ist. Es sollte nicht nur politischer Konsens sein, dass alle demokratischen Kräfte den Nationalsozialismus entschieden ablehnen, sondern auch, dass Straßenbenennungen nach Nazis und ihren Anhängern abgelehnt werden. Emil Nolde war nicht nur „Mitläufer“, weil er es musste, sondern er war bekennender Nationalsozialist, der durch seine Äußerungen keinen Zweifel an seiner rassistischen und antisemitischen Gesinnung zulässt.

Quellenangaben: