Die Linke solidarisiert sich mit den Streikenden im Kita und ÖPNV Bereich

Mettmann, den 19.10.2020 Die am heutigen Montag und Dienstag anhaltenden  Streiks im ÖPNV und die erstmaligen Streiks am Dienstag in städtischen Kitas polarisieren die Gemüter. Zum einen gibt es Verständnis für die Beschäftigten, zum anderen wird ihnen vorgeworfen die angespannte Lage und der Pandemie auszunutzen.

„Es gibt eigentlich keinen Zeitpunkt, der jedem für einen Streik Recht wäre“, sagt Jörg Pieczewsky designierter Sprecher des Ortsverbandes DIE LINKE. Mettmann. „Allerdings ist das auch Sinn der Sache, weil es sonst ja niemandem auffallen würde.“

Jürgen Gutt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Ratsfraktion DIE LINKE. – Mettmanner Liste dazu: „Als KommunalpolitikerInnen unterstützen wir die Tarifforderung der Gewerkschaft ver.di im Öffentlichen Dienst. Während der Corona-Krise hielten die Kolleginnen und Kollegen in Krankenhäusern und Gesundheitsämtern, in der Abfallwirtschaft, in den kommunalen Behörden als Reinigungskraft, Pflegeleitung, TechnikerIn oder LandschaftsgärtnerIn den Laden am Laufen. Ihnen steht als Anerkennung eine Tarifsteigerung zu. Die respektlosen Worte des Verhandlungsführers im Verband der kommunalen Arbeitgeber, Ulrich Mädge (SPD), „Wir müssten im Grunde ganz andere Diskussionen führen, nämlich über Einschnitte reden.“ müssen entschieden zurückgewiesen werden. “

André Bär, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion Mettmann, ergänzt, “Wir haben vollstes Verständnis für die Angestellten der Kitas. Der Beruf muss angemessen aufgewertet werden. Diese Arbeit ist systemrelevant, genauso wie die der Busfahrer sowie vielen anderen systemrelevanten Berufen.“

Pieczewsky ergänzt, “Klatschen alleine hilft nicht, auch diese Menschen haben Familie. Hinhaltetaktik und Vertröstungen ändern nichts an den Realitäten.“

André Bär fügt an: „Wir stehen auf der Seite der Arbeitnehmer, ebenso wie auf der Seite der Betroffenen. Beiderseitiges Verständnis ist wichtig für eine hohe Akzeptanz des Streiks und einer schnellen sowie zufriedenen stellenden Lösung. Für den Kita-Bereich würden wir uns wünschen, dass die Stadt Mettmann als Träger der betroffenen Einrichtungen eine Notbetreuung einrichtet. Alternativ sollte man den betroffenen Eltern zumindest Hilfestellung und Unterstützung bei der Suche nach anderweitigen Betreuungsmöglichkeiten anbieten.

„Wir verstehen, dass es den Eltern Unannehmlichkeiten bereitet und dass diese mit viel Stress und Mühen verbunden sind. Insbesondere die Tatsache, dass es pandemiebedingt bereits zu mehrwöchigen Einschränkungen der Betreuung gekommen ist, die vor allem auch für viele berufstätigen Eltern und hier insbesondere auch Alleinerziehenden einiges abverlangt hat. Aber die Erzieher*Innen streiken nicht leichtfertig. Sie kümmern sich mit großem Engagement um Ihre Kinder. Sie leisten verantwortungsvolle pädagogische Arbeit und wollen dafür angemessen bezahlt werden. In diesem Sinne werben wir für beidseitiges Verständnis und Solidarität.“, so André Bär abschließend.

Wir alle wünschen uns ein Ende der Blockadehaltung der kommunalen Arbeitgeber und die Fortführung von Gesprächen auf Augenhöhe zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Die Kosten für einen Kompromiss sind weit weniger schlimm, als der Schaden der jetzt gerade entsteht.