DIE LINKE. Mettmann gegen touristische Nutzung des Kalksteinbruchs Neandertal

Mettmann 23.08.2020 Mit der bevorstehenden Beendigung des Kalkabbaus im Neandertal sehen wir eine Chance, Umweltschutz endlich in die Tat umzusetzen. Die nun wieder aufkommenden Stimmen nach einer „sanften“ touristischen Nachnutzung stehen hierzu unserer Ansicht nach im Widerspruch. Nach dem dort über Jahrzehnte Kalk abgebaut und die Natur dem wirtschaftlichen Interesse weichen musste, sehen wir nun für Tiere und Pflanzen die Chance, ihre natürlichen Lebensräume zurückzuerobern.

„Das Neandertal sieht sich bereits jetzt dem Spannungsfeld zwischen Natur und touristischer Nutzung ausgesetzt“, sagt André Bär, der für DIE LINKE. auf Listenplatz 1 für den Stadtrat Mettmann und Listenplatz 2 für den Kreistag Mettmann kandidiert. Durch die Umsetzung des Masterplan Neandertal ist das Naturschutzgebiet bereits höheren Besucherzahlen ausgesetzt. Eine weitere touristische Erschließung des Neandertals würde nicht zuletzt wegen des erhöhten Besucher- und Verkehrsaufkommens dieses angespannte Verhältnis weiter zu spitzen, so Bär weiter.

André Bär fügt hinzu: „Das Neandertal als Naherholungsgebiet wird von vielen Menschen gerade wegen seiner Naturbelassenheit und der Möglichkeit ein Stück Ruhe vom Stadtleben zu erfahren aufgesucht. Wir sind nicht davon überzeugt, dass das Neandertal durch weitere künstliche angelegte touristische Attraktionen, die in erster Linie dem privatwirtschaftlichen Interesse dienen sollen, aufgewertet wird.“

„Auch wenn nur ein kleiner Teil des Areals für touristische Zwecke genutzt werden soll, hätte dies große Auswirkungen auf die Natur und somit auch wieder auf den Menschen“, sagt Bär abschließend.

Jörg Pieczewsky, der für den Wahlkreis 5040 an der Grundschule “Am Neandertal“ für DIE LINKE. antritt ergänzt, „Natürliche Lebensräume gilt es zu erhalten und zu schützen, gerade der Steinbruch kann vielen Arten Habitate bieten, die sonst überall verschwinden und künstlich nicht einfach so ersetzt werden können.“

„Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, Naturschutzgebiete wie das Neandertal und zukünftig den Steinbruch zu erhalten. Klima, – und Artenschutz müssen auch in Mettmann Priorität haben. Wirtschaftliche Interessen müssen zuerst unter ökologischen Aspekten geprüft und der Kosten,- Nutzen Effekt unter diesen Gesichtspunkten beurteilt werden“, stellt Pieczewsky klar.

Beide sind sich auch darüber einig das ohne ein Naturschutzkonzept für den Kalksteinbruch keine Planungen begonnen werden dürfen. Hierzu sollen der BUND und der NABU als neutrale Akteure mit ins Boot geholt werden.

„Geführte Wege und Exkursionen sind das Maximum der Eingriffsmöglichkeiten in dieses wertvolle Gebiet um Pflanzen und Tieren einen Rückzugsraum und Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.“

Es ist wichtig über Umweltschutz zu reden. Aber alleine das reicht nicht. Wir müssen für uns und die zukünftigen Generationen Umweltschutz praktizieren. Dem Areal des Kalksteinbruchs seine natürlichen Entfaltungsmöglichkeiten zurück zu geben, ist eine erster Schritt in die richtige Richtung.