Bezahlbarer Wohnraum für alle in Mettmann

Bezahlbarer Wohnraum MettmannSo oder so ähnlich klingt es in nahezu allen Wahlprogrammen. Aber was steckt dahinter? Diese Frage können wir aus unserer Sicht beantworten. Wohnraum für alle Lebenslagen und Bedürfnisse zu erschwinglichen Preisen. Auch Wohnraum im Sinne von Eigentum, insbesondere interessant für Familien mit zwei oder mehr Kindern, ist damit gemeint. Denn es mangelt insbesondere auch an Wohnungen mit vier oder mehr Zimmern genauso wie an kleinen Wohnungen für Alleinstehende. Unter bezahlbarem Wohnraum verstehen wir in Anbetracht der Wohnungsnot und der steigenden Preise vor allem Wohnungen, die von Menschen im Niedriglohnsektor bezogen werden können, ohne dabei die Hälfte ihres Einkommens für das Anmieten einer Wohnung ausgeben zu müssen.

Wohnungsmarkt in Mettmann

Wir haben den Wohnungsmarkt in Mettmann mittels der zur Verfügung stehenden Wohnungen auf „Immobilienscout“ ansatzweise und exemplarisch untersucht. Hierbei haben wir für unterschiedlich große Wohnungen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise ermittelt.

1-Zimmer Wohnungen (3 Stück) = 8,87€ pro qm
2-Zimmer Wohnungen (10 Stück) = 9,24€ pro qm
3-Zimmer Wohnungen (10 Stück) = 8,32€ pro qm
4-Zimmer Wohnungen (4 Stück) = 9,61€ pro qm

Zum Vergleich: Der Quadratmeterpreis für den sozialen Wohnungsbau beträgt derzeit in Mettmann 6,20€.

Sozialer Wohnungsbau

Auch der soziale Wohnungsbau findet augenscheinlich breite Zustimmung bei einer Vielzahl von Parteien. In diesem Zusammenhang wird auch von einer Sozialbauquote gesprochen. Aber wie hoch soll diese sein? Darüber verlieren die wenigsten ein Wort. Wird fordern ganz klar mind. 40% sozialer Wohnungsbau für alle neuen Wohnbebauungspläne und städtebaulichen Verträge mit langfristiger Mietpreisbindung. Warum? Weil wir nach aktuellen Statistiken in 10 Jahren bis zu 50% Sozialwohnungen verlieren werden, da diese aus der Mietpreisbindung fallen. Sorgen wir nun nicht schleunigst für ausreichend neue Sozialwohnungen, wird der Mietimmobilienmarkt zukünftig noch mehr von den großen Immobilienkonzernen abhängig sein, was zur Folge haben wird, dass die Wohnungsmieten unaufhaltsam steigen werden.

Sind 40% Sozialbauquote realistisch?

Ja! Auch wenn Wohnungsgesellschaften oder Investoren behaupten, dass es nicht möglich sei, so viele Sozialwohnungen wirtschaftlich zu bauen. Das hängt immer von den jeweiligen Strukturen und Ansprüchen ab, sagen wir. Große Immobilienkonzerne haben kein Interesse an sozialem Wohnungsbau, schlicht und ergreifend aus dem Grund, weil sich hier nicht viel Rendite holen lässt. Und was machen wir, wenn die Stadt 40% sozialer Wohnungsbau vorgibt und keiner mehr bauen möchte? Ganz einfach: Dann fühlen wir uns darin bestätigt zu sagen, dass wir unbedingt selbst bauen müssen. Anderenfalls laufen wir weiter Gefahr, dass uns die Akteure auf dem Immobilienmarkt so „herunterhalten“, dass es für sie wirtschaftlich ist. Wohnraum gehört immer noch zur Daseinsfürsorge und somit in staatliche Verantwortung. Wohnraum darf nicht zu einem Luxusgut werden. Mit einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft hätten wir es selbst in der Hand und können unabhängig agieren. Der soziale Wohnungsbau ist mitnichten ein Verlustgeschäft. Kommunale Wohnungsbaugesellschaften können durchaus sehr gut wirtschaftlich arbeiten. Wäre doch auch etwas Gutes für die Stadt, nicht wahr? Mehr günstiger Wohnraum, mehr Arbeitsplätze und sogar die Möglichkeit  eigene Gewinne zu erwirtschaften.

Bauruinen, Leerstand und Zweckentfremdung vermeiden

Bauruine MettmannWer kennt sie nicht…die Bauruine auf der Bahnstraße. Solche Anblicke möchten wir in Zukunft verhindern. Ebenso möchten wir gegen Leerstand und Zweckentfremdung vorgehen. Auch wenn derartige Probleme in Mettmann zugegebener Weise nicht vergleichbar wie in mittlerweile fast allen deutschen Großstädten sind, so halten wir ein entsprechendes Instrument dennoch für sinnvoll, um uns im Einzelfall Möglichkeiten offen zu halten. Das Stichwort lautet hier „Wohnraumschutzsatzung“ wie sie bereits in Düsseldorf oder Köln vorhanden ist. Eine solche Satzung kann sich jede Stadt, den politischen Willen natürlich vorausgesetzt, selbst geben. Hier lassen sich beispielsweise Regelungen treffen zu Wohnraum, der länger als 6 Monate leer steht, ganz oder in Teilen abgerissen wird oder überwiegend für gewerbliche Zwecke genutzt wird. Entsprechende Sanktionen durch Bußgelder könnten den Eigentümer dann motivieren, diese Missstände zu beseitigen. Denn unser Grundgesetz sagt: Eigentum verpflichtet.