Bedarfsgerechter Ausbau der Schullandschaft

In den nächsten Jahren wird es eng in den Mettmanner Schulen. Während die Katholische Grundschule (KGS) bereits seit Jahren über Platzprobleme klagt, der Zeitdruck zur Standortfrage und dem darauffolgenden Neubau der Gesamtschule sowie der Otfried-Preußler-Grundschule (OPS) mit jedem Tag größer werden, zeigen aktuelle Raumanalysen, die im letzten Schulausschuss vorgestellt wurden, auch an den übrigen Mettmanner Schulen einen hohen Handlungsbedarf auf.

„Wir müssen alle Schulen in den Fokus nehmen“, sagt André Bär, Fraktionsvorsitzender der Linken, der damit, neben den bereits geführten Diskussionen zum Neubau der Gesamtschule und OPS sowie der Erweiterung der KGS, die Aufmerksamkeit auf alle Schulen in Mettmann lenken möchte. „Die Funktionsfähigkeit von Schulen muss Priorität haben“, stellt Bär klar. „In diesem Zusammenhang sind wir über die Aussagen des Schuldezernenten Marko Sucic verwundert, der im Schulausschuss mit einer Prioritätenliste überraschte, die zunächst nur den Neubau der Gesamtschule, der Feuerwache und dem Baubetriebshof vorsehen soll. Und was ist mit den anderen Mettmanner Schulen?“, fragt sich Bär.

Jürgen Gutt, Vertreter der Linken im Schulausschuss, betont: „Steigende Schülerzahlen und der OGS-Rechtsanspruch ab 2026 führen an allen Mettmanner Schulen zu einem Raummehrbedarf. Der Schulentwicklungsplan, das aktuelle Schülerzahlenmonitoring und nicht zuletzt die nun vorliegenden Raumanalysen sprechen hier eine deutliche Sprache. Wir müssen die Erkenntnisse jetzt nutzen und sollten den fachlichen Empfehlungen folgen“, sagt Gutt. „Zusätzlich beantragen wir die Erstellung einer Terminprognoseplanung, um alle Schulen in den Blick zu nehmen und eine zeitliche Umsetzung mit dem Ziel einer bedarfsgerechten und zukunftsfähigen Schullandschaft verwirklichen zu können“, so Gutt weiter.

„Während für die zwei Gymnasien erst zeitversetzt mit einem Raummehrbedarf gerechnet wird, kommt es den Ergebnissen der Raumanalyse zu Folge bereits ab dem Jahr 2026 an allen Mettmanner Grundschulen zu Kapazitätsproblemen“, so Bär. „Die Raumanalysen verdeutlichen, dass eine Doppelnutzung bereits stattfindet und selbst bei weiterer Verdichtung dieses Konzepts bauliche Maßnahmen notwendig sein werden, um den zukünftigen Bedarf decken zu können. So wird neben der bereits im Raum stehenden Erweiterung der Kath. Grundschule, bei der Astrid-Lindgren-Schule ein Anbau bzw. die Zuschaltung einer weiteren Etage für nötig erachtet. Während für die Grundschule am Neandertal Umbaumaßnahmen den zukünftigen Bedarf decken könnten, zieht die Raumanalyse für die Grundschule an der Herrenhauser Str. das Fazit, den zukünftigen Raumbedarf nur durch einen zusätzlichen Anbau decken zu können“, sagt Bär. „Um die nächsten Schritte anzugehen, beantragen wir für den Haushalt 2022 die Bereitstellung von finanziellen Mitteln, um die von den Experten vorgeschlagenen baulichen Machbarkeitsstudien in Auftrag geben zu können“, so Bär weiter.

Des Weiteren könne man es sich nach Ansicht der Linken nicht erlauben, von Schule zu Schule zu denken. „Dafür rennt uns die Zeit davon – 2026 entsteht an allen Grundschulen gleichzeitig ein Mehrbedarf“, schlägt Bär Alarm. Und Bär stellt auch klar, dass „der Neubau der Gesamtschule nicht dazu führen dürfe, dass andere Schulen vernachlässigt würden. Hier haben wir uns auf die vorherigen Aussagen der Verwaltung verlassen und fordern jetzt konkrete Vorschläge der Verwaltung ein, wie mit dem Neubau der Gesamtschule sowie der Otfried-Preußler-Grundschule weiter zu verfahren ist.“, so Bär. „Jeder weitere Zeitverzug könnte dazu führen, dass die Probleme zukünftig auf den Schülern lasten werden – Das möchten wir dringend vermeiden“, schließt Bär ab.