11 Millionen Euro für Sanierung des Hallenbades

 

11 Millionen Euro soll die Sanierung des vor 50 Jahren eröffneten Mettmanner Hallenbades kosten. Das geht aus einem 70-seitigen Bericht der Verwaltung für den Ausschuss für strategische Stadtplanung, Stadtentwicklung und Bauen am 24.11.2021 hervor. Die Fraktion DIE LINKE. nimmt das zum Anlass, um seine Forderung zur Prüfung eines Ganzjahresbad oder alternativ den Neubau eines Schwimmbades voranzutreiben.

Der Umfang der Sanierungsmaßnahmen sowie den hieraus entstehenden Finanzbedarf für das Hallenbad ist in der Verwaltungsvorlage umfassend beschrieben. Die Verwaltung resultiert: „Für den dauerhaften Weiterbetrieb des Hallenbades sind die beschriebenen Maßnahmen dringend geboten. Die Kenntnis der Defizite, die durch gutachterliche Stellungnahmen belegt sind, machen ein Handeln unumgänglich, sonst kann die Betriebssicherheit nicht gewährleistet werden.“

Die Liste der Mängel und Sanierungsmaßnahmen für das im Jahr 1971 eröffnete Hallenbad ist lang: Undichtigkeit der Schwimmbecken, unzureichender Brandschutz, defekte Sicherheitsbeleuchtung, durchnässte Dachdichtung, veraltete elektrische Anlagen und Lüftungstechnik, festgestellte Schadstoffe. Die Auflistung ist nicht abschließend. Alle Details mit Bildern können dem Bericht der Verwaltung Bericht der Verwaltung entnommen werden.

Derzeit unterhält die Stadt Mettmann mit dem Hallenbad und dem Naturfreibad zwei Schwimmstätten. Während man im aktuellen Haushaltsplan mit 85.000€ Einnahmen aus Eintrittsgeldern für das Hallenbad rechnet, hatte man für das Naturfreibad mit 150.00€ gerechnet, welche wohl in diesem Jahr aufgrund der überwiegenden Schließungszeit nicht erreicht werden konnte. Bei den Aufwendungen verursacht das Hallenbad im Haushalt jährliche Kosten i.H.v. 290.000€, während für das Naturfreibad knapp 70.000€ veranschlagt worden sind. Bereits im Frühjahr dieses Jahrs haben die Linken im Rahmen der Haushaltsberatungen beantragt, ein Ganzjahresschwimmbad am Standort des Naturfreibades zu prüfen. Aufgrund des nun bezifferten Sanierungsbedarfs für das Hallenbad, erweitern die Linken die Prüfung nun um die Option eines Schwimmbad-Neubaus.

Aus Sicht der Linken stellt sich die Frage: „Lohnt es sich, ein 50 Jahre altes Hallenbad für 11 Millionen Euro zu sanieren oder kann man sich für den gleichen oder einen unter Umständen nur unwesentlich höheren Betrag für die Zukunft neu und nachhaltig aufstellen?“, so André Bär, Fraktionsvorsitzender.“

Jürgen Gutt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender hierzu: „Uns ist es wichtig, dass Mettmann über eine ganzjährig nutzbare Schwimmstätte mit Sportbecken und Schwimmlernbecken verfügt, damit Bürgern, Schülern und Vereinen ein gutes und unverzichtbares Schwimmangebot vor Ort ermöglicht werden kann.“

André Bär merkt an, „dass aufgrund des 11 Millionen Euro teuren Sanierungsbedarfs des Hallenbades Alternativen geprüft werden sollten. Die Möglichkeit der Errichtung eines Ganzjahresbades am Standort des Naturfreibades, beispielsweise in Form einer Erweiterung, damit der Charme unseres tollen Freibades nicht gänzlich verloren geht, sollte genauso wie ein Neubau des Hallenbades, welches im Rahmen der anstehenden Überplanung des angrenzenden Stadthallenareal ebenfalls viel Potenzial bieten könnte, überprüft werden.“

Das Argument, dass in den letzten Jahren bereits hohe Summen in das alte Hallenbad investiert worden sind, möchten Bär und Gutt indes nicht gelten lassen. „Bevor wir weitere 11 Millionen Euro in die Hand nehmen, sollten wir uns auch in Anbetracht unserer schlechten Haushaltslage und dem Ziel einer strategischen Haushaltskonsolidierung um Alternativen bemühen, welche auch für die Zukunft zusätzliche Potenziale und Chancen für Mettmann bieten können. Dabei sollte man Schwimmbadneubau kategorisch nicht ausschließen.“

Die Verwaltung führt in ihren Bericht auch Beispielprojekte auf und beziffert einerseits Sanierungsprojekte in anderen Städten auf 20,3 Mio. und 11 Mio. Euro sowie andererseits Neubauprojekte in Düsseldorf mit 27,5 Mio., in Geretsried mit 18,7 Mio. und in Bergen auf Rügen mit 10,9 Mio. Euro. André Bär ergänzt, „dass für das vor 15 Jahren eröffneten Neanderbad in Erkrath 10 Millionen Euro veranschlagt worden sind“.

„Außerdem“, so Bär, „sollte man sich fragen, ob die 11 Millionen Euro Sanierung des Hallenbades, welche in erster Linie lediglich einen Weiterbetrieb ermöglichen soll, gleichzeitig auch eine deutliche Attraktivitätssteigerung hervorrufen könnte, die es unserer Ansicht nach für ein modernes und familienfreundliches Schwimmbad bedarf, damit es neben der Nutzung durch Schulen und Vereine auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern nachgefragt wird.