Die Linke solidarisiert sich mit den Streikenden im Kita und ÖPNV Bereich

Mettmann, den 19.10.2020 Die am heutigen Montag und Dienstag anhaltenden  Streiks im ÖPNV und die erstmaligen Streiks am Dienstag in städtischen Kitas polarisieren die Gemüter. Zum einen gibt es Verständnis für die Beschäftigten, zum anderen wird ihnen vorgeworfen die angespannte Lage und der Pandemie auszunutzen.

„Es gibt eigentlich keinen Zeitpunkt, der jedem für einen Streik Recht wäre“, sagt Jörg Pieczewsky designierter Sprecher des Ortsverbandes DIE LINKE. Mettmann. „Allerdings ist das auch Sinn der Sache, weil es sonst ja niemandem auffallen würde.“

Jürgen Gutt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Ratsfraktion DIE LINKE. – Mettmanner Liste dazu: „Als KommunalpolitikerInnen unterstützen wir die Tarifforderung der Gewerkschaft ver.di im Öffentlichen Dienst. Während der Corona-Krise hielten die Kolleginnen und Kollegen in Krankenhäusern und Gesundheitsämtern, in der Abfallwirtschaft, in den kommunalen Behörden als Reinigungskraft, Pflegeleitung, TechnikerIn oder LandschaftsgärtnerIn den Laden am Laufen. Ihnen steht als Anerkennung eine Tarifsteigerung zu. Die respektlosen Worte des Verhandlungsführers im Verband der kommunalen Arbeitgeber, Ulrich Mädge (SPD), „Wir müssten im Grunde ganz andere Diskussionen führen, nämlich über Einschnitte reden.“ müssen entschieden zurückgewiesen werden. “

André Bär, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion Mettmann, ergänzt, “Wir haben vollstes Verständnis für die Angestellten der Kitas. Der Beruf muss angemessen aufgewertet werden. Diese Arbeit ist systemrelevant, genauso wie die der Busfahrer sowie vielen anderen systemrelevanten Berufen.“

Pieczewsky ergänzt, “Klatschen alleine hilft nicht, auch diese Menschen haben Familie. Hinhaltetaktik und Vertröstungen ändern nichts an den Realitäten.“

André Bär fügt an: „Wir stehen auf der Seite der Arbeitnehmer, ebenso wie auf der Seite der Betroffenen. Beiderseitiges Verständnis ist wichtig für eine hohe Akzeptanz des Streiks und einer schnellen sowie zufriedenen stellenden Lösung. Für den Kita-Bereich würden wir uns wünschen, dass die Stadt Mettmann als Träger der betroffenen Einrichtungen eine Notbetreuung einrichtet. Alternativ sollte man den betroffenen Eltern zumindest Hilfestellung und Unterstützung bei der Suche nach anderweitigen Betreuungsmöglichkeiten anbieten.

„Wir verstehen, dass es den Eltern Unannehmlichkeiten bereitet und dass diese mit viel Stress und Mühen verbunden sind. Insbesondere die Tatsache, dass es pandemiebedingt bereits zu mehrwöchigen Einschränkungen der Betreuung gekommen ist, die vor allem auch für viele berufstätigen Eltern und hier insbesondere auch Alleinerziehenden einiges abverlangt hat. Aber die Erzieher*Innen streiken nicht leichtfertig. Sie kümmern sich mit großem Engagement um Ihre Kinder. Sie leisten verantwortungsvolle pädagogische Arbeit und wollen dafür angemessen bezahlt werden. In diesem Sinne werben wir für beidseitiges Verständnis und Solidarität.“, so André Bär abschließend.

Wir alle wünschen uns ein Ende der Blockadehaltung der kommunalen Arbeitgeber und die Fortführung von Gesprächen auf Augenhöhe zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Die Kosten für einen Kompromiss sind weit weniger schlimm, als der Schaden der jetzt gerade entsteht.

DIE LINKE. gründet Fraktion für den Stadtrat Mettmann

DIE LINKE. in Mettmann hat sich erstmals mit zwei Ratsmitgliedern zu einer eigenen Fraktion im Stadtrat konstituiert. Für das Abschneiden bei der diesjährigen Kommunalwahl hatten Unterstützerinnen und Unterstützer einen großen Anteil geleistet.  Deshalb wird sich die zukünftige Ratsfraktion „DIE LINKE. – Mettmanner Liste“ nennen.

André Bär wurde zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist  Jürgen Gutt. Zum Fraktionsgeschäftsführer haben beide Jörg Pieczewsky ernannt.  Das Fraktionsteam wird bis zur konstituierenden Sitzung des Rates noch durch  sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern erweitert.

Die Mischung aus jung und alt, aus erstmals gewählten und langjährig erfahrenen Mitgliedern mit ganz unterschiedlichen persönlichen und beruflichen Hintergründen macht uns zu einem starken Team, sagen André Bär und Jürgen Gutt. Jeder von uns bringt unterschiedliche Kompetenzen, Sichtweisen und Stärken mit, die wir gemeinsam für Mettmann nutzen wollen, fügen beide Ratsmitglieder für DIE LINKE. an. Wir sind zuversichtlich, dass die Linksfraktion für die Herausforderungen der kommenden Jahre gut gerüstet ist.

„Wir wollen ein solidarisches Mettmann. Wir werden uns dafür einsetzen, unsere Stadt sozialer und ökologischer zu gestalten“, so André Bär, Vorsitzender der Fraktion „DIE LINKE. – Mettmanner Liste. Einen weiteren Schwerpunkt legt die Fraktion auf das Thema Bildung. „Nachdem sich DIE LINKE. schon lange für eine Gesamtschule in Mettmann eingesetzt hat, werden wir die nach der Elternbefragung nun bevorstehenden weiteren Schritte positiv im Sinne einer guten Gesamtschule für Mettmann, die schon zum nächsten Schuljahr an den Start gehen soll,  begleiten.“, so Jürgen Gutt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Bezahlbarer Wohnraum für alle in Mettmann

Bezahlbarer Wohnraum MettmannSo oder so ähnlich klingt es in nahezu allen Wahlprogrammen. Aber was steckt dahinter? Diese Frage können wir aus unserer Sicht beantworten. Wohnraum für alle Lebenslagen und Bedürfnisse zu erschwinglichen Preisen. Auch Wohnraum im Sinne von Eigentum, insbesondere interessant für Familien mit zwei oder mehr Kindern, ist damit gemeint. Denn es mangelt insbesondere auch an Wohnungen mit vier oder mehr Zimmern genauso wie an kleinen Wohnungen für Alleinstehende. Unter bezahlbarem Wohnraum verstehen wir in Anbetracht der Wohnungsnot und der steigenden Preise vor allem Wohnungen, die von Menschen im Niedriglohnsektor bezogen werden können, ohne dabei die Hälfte ihres Einkommens für das Anmieten einer Wohnung ausgeben zu müssen.

Wohnungsmarkt in Mettmann

Wir haben den Wohnungsmarkt in Mettmann mittels der zur Verfügung stehenden Wohnungen auf „Immobilienscout“ ansatzweise und exemplarisch untersucht. Hierbei haben wir für unterschiedlich große Wohnungen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise ermittelt.

1-Zimmer Wohnungen (3 Stück) = 8,87€ pro qm
2-Zimmer Wohnungen (10 Stück) = 9,24€ pro qm
3-Zimmer Wohnungen (10 Stück) = 8,32€ pro qm
4-Zimmer Wohnungen (4 Stück) = 9,61€ pro qm

Zum Vergleich: Der Quadratmeterpreis für den sozialen Wohnungsbau beträgt derzeit in Mettmann 6,20€.

Sozialer Wohnungsbau

Auch der soziale Wohnungsbau findet augenscheinlich breite Zustimmung bei einer Vielzahl von Parteien. In diesem Zusammenhang wird auch von einer Sozialbauquote gesprochen. Aber wie hoch soll diese sein? Darüber verlieren die wenigsten ein Wort. Wird fordern ganz klar mind. 40% sozialer Wohnungsbau für alle neuen Wohnbebauungspläne und städtebaulichen Verträge mit langfristiger Mietpreisbindung. Warum? Weil wir nach aktuellen Statistiken in 10 Jahren bis zu 50% Sozialwohnungen verlieren werden, da diese aus der Mietpreisbindung fallen. Sorgen wir nun nicht schleunigst für ausreichend neue Sozialwohnungen, wird der Mietimmobilienmarkt zukünftig noch mehr von den großen Immobilienkonzernen abhängig sein, was zur Folge haben wird, dass die Wohnungsmieten unaufhaltsam steigen werden.

Sind 40% Sozialbauquote realistisch?

Ja! Auch wenn Wohnungsgesellschaften oder Investoren behaupten, dass es nicht möglich sei, so viele Sozialwohnungen wirtschaftlich zu bauen. Das hängt immer von den jeweiligen Strukturen und Ansprüchen ab, sagen wir. Große Immobilienkonzerne haben kein Interesse an sozialem Wohnungsbau, schlicht und ergreifend aus dem Grund, weil sich hier nicht viel Rendite holen lässt. Und was machen wir, wenn die Stadt 40% sozialer Wohnungsbau vorgibt und keiner mehr bauen möchte? Ganz einfach: Dann fühlen wir uns darin bestätigt zu sagen, dass wir unbedingt selbst bauen müssen. Anderenfalls laufen wir weiter Gefahr, dass uns die Akteure auf dem Immobilienmarkt so „herunterhalten“, dass es für sie wirtschaftlich ist. Wohnraum gehört immer noch zur Daseinsfürsorge und somit in staatliche Verantwortung. Wohnraum darf nicht zu einem Luxusgut werden. Mit einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft hätten wir es selbst in der Hand und können unabhängig agieren. Der soziale Wohnungsbau ist mitnichten ein Verlustgeschäft. Kommunale Wohnungsbaugesellschaften können durchaus sehr gut wirtschaftlich arbeiten. Wäre doch auch etwas Gutes für die Stadt, nicht wahr? Mehr günstiger Wohnraum, mehr Arbeitsplätze und sogar die Möglichkeit  eigene Gewinne zu erwirtschaften.

Bauruinen, Leerstand und Zweckentfremdung vermeiden

Bauruine MettmannWer kennt sie nicht…die Bauruine auf der Bahnstraße. Solche Anblicke möchten wir in Zukunft verhindern. Ebenso möchten wir gegen Leerstand und Zweckentfremdung vorgehen. Auch wenn derartige Probleme in Mettmann zugegebener Weise nicht vergleichbar wie in mittlerweile fast allen deutschen Großstädten sind, so halten wir ein entsprechendes Instrument dennoch für sinnvoll, um uns im Einzelfall Möglichkeiten offen zu halten. Das Stichwort lautet hier „Wohnraumschutzsatzung“ wie sie bereits in Düsseldorf oder Köln vorhanden ist. Eine solche Satzung kann sich jede Stadt, den politischen Willen natürlich vorausgesetzt, selbst geben. Hier lassen sich beispielsweise Regelungen treffen zu Wohnraum, der länger als 6 Monate leer steht, ganz oder in Teilen abgerissen wird oder überwiegend für gewerbliche Zwecke genutzt wird. Entsprechende Sanktionen durch Bußgelder könnten den Eigentümer dann motivieren, diese Missstände zu beseitigen. Denn unser Grundgesetz sagt: Eigentum verpflichtet.

DIE LINKE. möchte Zusammenarbeit mit privatem Postdienstleister „Postcon“ auf den Prüfstand stellen.

Postcon MettmannGünstig muss nicht immer gut sein. Das zeigt sich auch in Bezug auf die Entscheidung, welcher Postdienstleister die Wahlbenachrichtigungen und Briefwahlunterlagen für die Stadt zustellt. Es ist kein Geheimnis, dass es sich hierbei um das private Unternehmen „Postcon“ handelt. Der günstige Preis mag für den Mettmanner Haushalt zwar gut sein. Da hört es mit den Vorteilen unserer Meinung nach aber auch schon auf. Denn jedes Unternehmen hat in der Regel das Ziel, wirtschaftlich zu arbeiten. Das schafft man dann nur, wenn an anderen Stellen gespart wird. Die Auswirkungen zeigen sich in Form von schlechten Arbeitsbedingungen und schlechten Tarifverträgen bis hin zu einer schlechten Zustellqualität.

Denn auch die Stadt Mettmann hat keinen Vorteil dadurch, wenn sie auf der einen Seite Postdienstleistungen günstig beauftragt, aber auf der anderen Seite sich mit Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern auseinandersetzen muss, warum man keine oder erst sehr spät Briefe zugestellt bekommt.

Probleme:

In Mettmann gab es im Rahmen der Kommunalwahl 2020 mehrere Beschwerden darüber, dass Wahlbenachrichtigungen bzw. Unterlagen zur Briefwahl bis heute gar nicht oder zum Teil sehr verspätet zugestellt worden sind. Bereits im Vorfeld kam es zu Problemen bei der Zustellung von Wahlbenachrichtigungen an Haushalte mit alphanummerischen Hausnummern. In Ratingen wurden Wahlbenachrichtigungen zum Teil nicht in Briefkästen zugestellt, sondern im Hausflur von Mehrfamilienhäusern abgelegt. In Mönchengladbach wurden sogar einige Hundert Wahlbenachrichtigungen im Altpapier entsorgt. Bereits zur Europawahl 2019 und zur Bundestagswahl 2017 zeigen diverse Interneteinträge, dass es in vielen Städten derartige und andere Probleme gab.

Was haben diese Probleme gemeinsam? In allen Städten wurde die Firma „Postcon“ beauftragt.

Preiskampf im Postgewerbe zu Lasten von Mitarbeitern und Qualität

„Postcon“ unterbietet mit einem Preis von 0,60€ (Standardbrief für Geschäftskunden) die „Deutsche Post“ um 20 Cent. Da muss man sich die Frage stellen, wie „Postcon“ diesen günstigen Preis halten und gleichzeitig noch wirtschaftlich arbeiten kann. Die Antworten sind für uns klar: Das kann größtenteils nur Zulasten der ArbeitnehmerInnen und der Zustellqualität geschehen.

Das Einstiegsgehalt bei „Postcon“ beträgt für Zusteller laut aktuellen Stellenanzeigen zwischen 9,55€ und 10,10€ pro Stunde bei 40 Stunden und mehr wöchentlicher Arbeitszeit sowie einem Urlaubsanspruch von 24 Tagen. Die „Deutsche Post“ inseriert stattdessen mit einem Einstiegsgehalt von 13,65€ pro Stunde bei 38,5 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit sowie einem Urlaubsanspruch von 26 Tagen. Neben dem knapp über den Mindestlohn liegendem Stundensatz spart „Postcon“ weiter an Personal, in dem der Personaleinsatz möglichst geringgehalten wird. Das sorgt dann im Übrigen auch dafür, dass in einigen Bezirken nur einmal pro Woche die zuvor gesammelten Briefe verteilt werden. Vor allem wenn sich „Postcon“ flächendeckenden Zustellungen wie Wahlbenachrichtigungen ausgesetzt sieht, bricht dieses System zusammen, wie wir nun alle gesehen haben.

Schlechte Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung sollen keine Legitimation darstellen, Briefsendungen einfach im Altpapier zu entsorgen, wie in einem Einzelfall in Mönchengladbach geschehen. So ist das jedoch zumindest als Hilferuf zu werten, dass Arbeitnehmer stark überlastet zu sein scheinen. Übrigens hat „Postcon“ hier die einzige Konsequenz mit der fristlosen Entlassung des Mitarbeiters gezogen und drückt damit nichts anderes als ein „weiter so“ aus. Somit wird das eigentliche Problem nicht in Augenschein genommen und die eigentlichen Ursachen nicht nachhaltig bekämpft.

Würde „Postcon“ sich den Arbeitsbedingungen der „Deutschen Post“ annähern, und damit möchten wir nicht behaupten, dass diese optimal sind, dürfte es kein Geheimnis sein, dass der Preis von 0,60€ pro Standardbrief nicht mehr gehalten werden könnte. Aber eines sollte allen klar sein. Dieser günstige Preis ist nur durch Lohndumping und einer dünnen Personaldecke zu Lasten der MitarbeiterInnen zu realisieren. Im Übrigen spiegeln sich diese Argumente in Arbeitgeberbewertungen auf Plattformen wie z.B. „Kununu“ wieder. Dort erhält „Postcon“ bei 230 Bewertungen einen Score von 2,4 sowie eine Weiterempfehlung von 28%, während die „Deutsche Post“ (und „DHL“) bei 4.470 Bewertungen einen Score von 3,2 und eine Weiterempfehlung von 52% erreicht.

Beschwerden an das Rathaus:

Zunächst möchten wir eine Lanze für die Beschäftigten der Stadt Mettmann brechen. Diese können natürlich nichts dafür, dass Briefe durch einen privaten Dienstleister gar nicht oder verspätet ankommen. In Bezug auf die Bearbeitung der Briefwahlunterlagen hat sich sogar gezeigt, dass diese innerhalb weniger Tage von der Stadt bearbeitet werden. Nicht desto trotz sind Beschwerden hinsichtlich der Zustellung durchaus sinnvoll. Denn einer Stadt sollte daran gelegen sein, zufriedene Bürgerinnen und Bürger zu beheimaten. So könnte auch die Stadtverwaltung selbst zu dem Entschluss kommen, dass der jetzige Postdienstleister zukünftig in Frage zu stellen wäre, wenn er nicht gewährleisten kann, dass städtische Post, und insbesondere Terminsachen, zeitnah zugestellt werden. Die Frage spielt nicht nur mit Blick auf die Kundenzufriedenheit eine Rolle, sondern auch mit Blick auf die soziale Verantwortung, die eine Stadt tragen sollte.

Konsequenzen:

Wir möchten diese Probleme zum Anlass nehmen, um die Vergabe an den Postdienstleister „Postcon“ auf den Prüfstand zu stellen. Auch wenn die Beauftragung mittels einer Ausschreibung zu tätigen ist, so hat man auch hier politische Einflussmöglichkeiten über die Festsetzung und Gewichtung der Kriterien. Nicht alleine der günstige Preis sollte ausschlaggebend für den Zuschlag sein. Sowohl die sozialen als auch die ökologischen Komponenten sollten mit einem nicht unerheblichen Teil berücksichtigt werden. Über diese politischen Instrumente hat man dann auch in der Kommune selbst die Möglichkeit derartige auf Lohndumping aufbauende Unternehmen nicht länger zu unterstützen. So hat erst Anfang des Jahres der Anbieter „Postcon“ den Auftrag für die Stadt Essen in einem neuen Vergabeverfahren verloren. Auch die Stadt Mönchengladbach überprüft nach den gegenwärtigen Problemen entsprechende Konsequenzen. Schlussendlich wird es noch weitere Faktoren geben die für oder gegen die jeweiligen Postdienstleister sprechen. Dass die Zustellqualität der „Deutschen Post“ keine 100 Punkte erzielt, dürfte hierbei auch jedem bekannt sein. Aber wochenlang auf Briefe zu warten, stellt noch einmal etwas anderes dar. Nicht zuletzt die flächendeckenden Probleme auch in anderen Städten zeigen zumindest, dass man über dieses Thema sprechen muss.

Geschichte in Mettmann erlebbar machen

Geschichte in Mettmann erlebenViele der zur Zeit besprochenen Planungen und Ideen bewegen sich außerhalb unserer Stadt. Ein Beispiel, keine Kritik, ist das Neanderland oder Neandertalstadt. Es wird darüber beraten, nicht unwesentlich in einen privaten Steinbruch zu investieren…Aus unserer Sicht braucht eine Stadt etwas, was es möglich macht sich zu identifizieren. Ein Dom, ein Fluss, eine Höhle, irgendwas wo alle sagen, da ist was passiert da ist etwas besonderes und ich wohne gerne da.

Mettmann ist über 1100 Jahre alt, älter als Dresden oder Berlin und in dieser Stadt gibt es einige wenige Akteure die sich dessen bewusst sind und versuchen im kleinen die Geschichte dieser Stadt in Erinnerung zu halten.

Bis auf die Oberstadt wurde fast alles an historischer Substanz und Erinnerungen dem Bauen geopfert. Jeder Bürgermeister müsste eigentlich ein Baudenkmal haben.

Aus unserer Sicht fehlt den Mettmannern oft die Identifikation mit ihrer Stadt. Hauptsächlich das schlechte, kaputte, unordentliche findet Erwähnung. Es ändert sich eh nichts.

Wird man sich seiner, oder seiner Geschichte bewusst, erkennt man Zusammenhänge und viele lebenswerte Dinge und Kleinigkeiten , die ein Wir -Gefühl erzeugen.

Wir Mettmanner, nicht nur wir Neanderthaler.

Das historische Marketing muss ausgebaut werden, Schätze erhalten und nicht erfasst und dann verbuddelt werden. Stellen wir mehr als diese schönen Glaswände auf. Wo ist die Stadtmauer unter der schicken Fußgängerzone, das Denkmal für Konrad Herresbach und wo sind die Mittelaltermärkte?

Geschichte sollte Erfahrung sein, erlebbar und zum anfassen.

Die Aulen z.B sind sehr wichtig, da sie die Geschichte der Stadt für Generationen erhalten und pflegen. Es gibt engagierte Heimatforscher, aber die Stadt macht maximal das was sie muss.

Das soll sich ändern. Damit ein Verständnis und ein Wir-Mettmanner-Gefühl entstehen kann.

DIE LINKE. positioniert sich zur Bürgermeisterwahl in Mettmann

Wahlprüfsteine Bürgermeisterwahl MettmannDIE LINKE. Mettmann hat sich entschieden und gibt keine Empfehlung zur Wahl des Bürgermeisters / der Bürgermeisterin heraus. Stattdessen haben wir Wahlprüfsteine entwickelt und den vier Kandidatinnen und Kandidaten 16 Fragen zur Beantwortung zukommen lassen. Damit möchten wir die Wählerinnen und Wähler in ihrer Meinungsbildung unterstützen. Am Ende liegt die Entscheidung bei den Bürgerinnen und Bürgern, wen Sie sich als zukünftige/n Bürgermeister/in vorstellen können.

Wir bedanken uns dafür, dass mit Thomas Dinkelmann (unabhängig), Sandra Pietschmann (unabhängig, von CDU/SPD nominiert), Nils Lessing (GRÜNE) und Andrea Metz (FDP) alle vier Kandidatinnen und Kandidaten unsere Fragen beantwortet haben. Den Leserinnen und Lesern erwarten Antworten zu den Themen Stadthalle, Wohnraum, Sozialpass, Klimaschutz, Tempo 30 in Mettmann, kostenloser ÖPNV, Kita, Gesamtschule, Bürgerentscheid, Sport- und Kulturvereine sowie zu einigen anderen Themen.

Unsere Fragen und Antworten haben wir übersichtlich in einem Dokument zusammengefasst, welches jedem frei zugänglich zur Verfügung steht.  Die Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten sind selbstverständlich ungekürzt und unkommentiert. Bitte nehmen Sie mit ihrer wichtigen Stimme am Sonntag, den 13. September 2020, an der Kommunalwahl teil oder nutzen sie schon jetzt die Möglichkeit der Briefwahl.

4 Kandidatinnen und Kandidaten – 16 Fragen – 64 Antworten
Hier finden Sie unsere Wahlprüfsteine sowie die jeweiligen Antworten.

DIE LINKE. Mettmann gegen touristische Nutzung des Kalksteinbruchs Neandertal

Mettmann 23.08.2020 Mit der bevorstehenden Beendigung des Kalkabbaus im Neandertal sehen wir eine Chance, Umweltschutz endlich in die Tat umzusetzen. Die nun wieder aufkommenden Stimmen nach einer „sanften“ touristischen Nachnutzung stehen hierzu unserer Ansicht nach im Widerspruch. Nach dem dort über Jahrzehnte Kalk abgebaut und die Natur dem wirtschaftlichen Interesse weichen musste, sehen wir nun für Tiere und Pflanzen die Chance, ihre natürlichen Lebensräume zurückzuerobern.

„Das Neandertal sieht sich bereits jetzt dem Spannungsfeld zwischen Natur und touristischer Nutzung ausgesetzt“, sagt André Bär, der für DIE LINKE. auf Listenplatz 1 für den Stadtrat Mettmann und Listenplatz 2 für den Kreistag Mettmann kandidiert. Durch die Umsetzung des Masterplan Neandertal ist das Naturschutzgebiet bereits höheren Besucherzahlen ausgesetzt. Eine weitere touristische Erschließung des Neandertals würde nicht zuletzt wegen des erhöhten Besucher- und Verkehrsaufkommens dieses angespannte Verhältnis weiter zu spitzen, so Bär weiter.

André Bär fügt hinzu: „Das Neandertal als Naherholungsgebiet wird von vielen Menschen gerade wegen seiner Naturbelassenheit und der Möglichkeit ein Stück Ruhe vom Stadtleben zu erfahren aufgesucht. Wir sind nicht davon überzeugt, dass das Neandertal durch weitere künstliche angelegte touristische Attraktionen, die in erster Linie dem privatwirtschaftlichen Interesse dienen sollen, aufgewertet wird.“

„Auch wenn nur ein kleiner Teil des Areals für touristische Zwecke genutzt werden soll, hätte dies große Auswirkungen auf die Natur und somit auch wieder auf den Menschen“, sagt Bär abschließend.

Jörg Pieczewsky, der für den Wahlkreis 5040 an der Grundschule “Am Neandertal“ für DIE LINKE. antritt ergänzt, „Natürliche Lebensräume gilt es zu erhalten und zu schützen, gerade der Steinbruch kann vielen Arten Habitate bieten, die sonst überall verschwinden und künstlich nicht einfach so ersetzt werden können.“

„Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, Naturschutzgebiete wie das Neandertal und zukünftig den Steinbruch zu erhalten. Klima, – und Artenschutz müssen auch in Mettmann Priorität haben. Wirtschaftliche Interessen müssen zuerst unter ökologischen Aspekten geprüft und der Kosten,- Nutzen Effekt unter diesen Gesichtspunkten beurteilt werden“, stellt Pieczewsky klar.

Beide sind sich auch darüber einig das ohne ein Naturschutzkonzept für den Kalksteinbruch keine Planungen begonnen werden dürfen. Hierzu sollen der BUND und der NABU als neutrale Akteure mit ins Boot geholt werden.

„Geführte Wege und Exkursionen sind das Maximum der Eingriffsmöglichkeiten in dieses wertvolle Gebiet um Pflanzen und Tieren einen Rückzugsraum und Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.“

Es ist wichtig über Umweltschutz zu reden. Aber alleine das reicht nicht. Wir müssen für uns und die zukünftigen Generationen Umweltschutz praktizieren. Dem Areal des Kalksteinbruchs seine natürlichen Entfaltungsmöglichkeiten zurück zu geben, ist eine erster Schritt in die richtige Richtung.